In der stark von Nachkriegsbebauung geprägten Sand- und Ohmbachsgasse in Aschaffenburg zählt das Anwesen Ohmbachsgasse 3 zu den wenigen Gebäuden, die den Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschadet überstanden haben. Es wurde in den Jahren 1911/12 nach Entwürfen des renommierten Aschaffenburger Architekten Hermann Reichard errichtet – als Wohnhaus für das jüdische Eisenwarenunternehmen „Simon-Jacob-Nachfolger“, bekannt unter dem Namen „Eisen-Jacob“, dessen Geschäftsräume sich unmittelbar nebenan befanden.

Der dreigeschossige Bau mit Mansarddach und markantem, breit gelagertem Mittelgiebel präsentiert sich mit einer aufwendig gestalteten Jugendstilfassade. Ein repräsentatives Portal mit Hofdurchfahrt, segmentbogige Schaufenster, vertikale Lisenen sowie ornamental ausgeführte Brüstungsfelder zitieren gestalterische Elemente der Wiener Secession.

Im Inneren sind die ursprüngliche Grundrissstruktur einschließlich des Treppenhauses sowie einzelne Ausstattungsdetails erhalten geblieben. Sie vermitteln einen anschaulichen Eindruck vom Wohn- und Lebensstandard eines gewerblich geprägten Bürgertums unmittelbar vor dem Ersten Weltkrieg.

Als selten authentisch bewahrtes Mehrfamilienhaus der Aschaffenburger Altstadt und als qualitätvolles Beispiel des späten Jugendstils kommt dem Gebäude eine besondere geschichtliche wie auch künstlerische Bedeutung zu.

Durch die nun anstehende Revitalisierung des Hauses werden insgesamt zehn Eigentumswohnungen geschaffen, welche sich aktuell in der Vermarktung befinden. Bei Interesse/Fragen, sprechen Sie uns gerne an.